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Ortsteile
Tautewalde
Im Westen der Stadt befindet sich eine liebliche, idyllische Landschaft, das wohl engste Tal des Lausitzer Berglandes. Darin eingebettet, zwischen dem Großen Picho (499m) im Norden und dem Dahrener Berg (491 m) im Süden, liegt Tautewalde, ein sehr schöner, sauberer Ortsteil, auf dessen Wiesen sich die Quellen des Butterwassers befinden, einem kleinen Wasserlauf, der Wilthen durchfließt und bei Rodewitz, einem Nachbarort von Wilthen, als Vorfluter in die Spree mündet.
Bis zur Eingliederung in die Stadt 1974 war Tautewalde ein eigenständiges Dorf. Der Gründer kann Tuto geheißen haben, wenn man die erste Nennung (1374) Tutenwalde zugrunde legt.
Das heutige Tautewalde setzt sich aus vier Siedlungsgruppen zusammen: das alte Dorf im Osten, in einer Wiesenmulde westlich eine Gruppe von 4 Bauerngehöften - volkstümlich "die Häfen" (wahrscheinlich Höfe) genannt, das Vorwerk beherrscht den Westausgang des Dorfes und eine umfangreiche Wohnsiedlung am Waldrand des Dahrener Berges, die 2001 ihr 80jähriges Bestehen feierte. Seit 1888 verfügte der Ort über eine eigene Schule, die 1912 erweitert wurde. Ab Mitte der siebziger Jahre werden alle Schüler in Wilthen unterrichtet. Für Fotofreunde ist die ehemalige Schule mit dem Uhrtürmchen und dem gegenüberliegendem Dorfteich ein geeignetes Motiv. 1842 entstand in Tautewalde eine Brauerei mit Gaststube. Nach Umbau und Modernisierung beherbergen diese massigen Mauern heute das moderne Landhotel Erbgericht. (www.tautewalde.de) Die ca. 360 Einwohner schätzen auch ihre Berggaststätte auf dem Picho (499m).
Eine Wanderung dahin lohnt sich schon wegen der herrlichen Ausblicke. In Tautewalde lebte und wirkte bis zu seinem Tode am 09.06.1960 Hermann Klippel. Er war ein bekannter Mundartdichter der Oberlausitz, dem am 09.09.2001 gegenüber der ehemaligen Schule ein Denkmal gesetzt wurde. Der Pflege der Tautewalder Geschichte und vielem mehr hat sich der Heimatverein Tautewalde e.V. angenommen.
Irgersdorf
Irgersdorf ist ein echter Gebirgsort in sonnseitiger Hanglage am Fuße der Teufelskanzel (463m) und seit 1936 Ortsteil von Wilthen. Die obersten Häuser am Waldrand stehen 50m höher als die Häuser an der Straße. Man blickt dort weit in die von Ortschaften erfüllten Täler und über die nahen Waldberge zu fernen Gebirgskämmen hinüber. Kleine Zuflüsse kommen von den Bergen herab und speisen das Butterwasser. So auch das Irgersdorfer Wasser, welches in Niederwilthen einmündet.
Der Frieden von Irgersdorf wird kaum durch irgend etwas gestört und somit ist dieser kleine, ca. 92 Einwohner zählende Ortsteil ein ruhiges Plätzchen. Urkunden des 16. Jahrhunderts geben dem Ort den Namen Jägersdorf, vielleicht deswegen, weil hier der Jäger des Wilthener Gutsherrn wohnte und das Wild hegte. Möglicherweise wurde der Ort vom Herrensitz Wilthen aus gegründet und mit sorbischen Bauern besetzt. Die älteste Urkunde, die den Ort erwähnt, schreibt 1420 Ergirstorf. Zehn Jahre später liest man Erichsdorff. So wechselte die Namensform oft in den Jahrhunderten. Für den Freund der alten Lausitzer Umgebindebauweise und den Bautenforscher bietet Irgersdorf interessante Beispiele. In einigen Fällen kann man vergleichen, wie dieser Baustil, dessen Material hauptsächlich Holz und Lehm waren, sich zwischen 1723 und 1890 wandelte.
Sora
Der weite Stadtbereich Wilthens umfasst auch den mit 24 Einwohnern kleinsten Ortsteil, den Bergweiler Sora. Hier, im höchstgelegenen Ort des Landkreises Bautzen, auf einer Höhe von 430m, finden wir 5 ehemalige bäuerliche Anwesen vor, dazu eine im Sommer vielbesuchte Ausflugsgaststätte "Schöne Aussicht". Die reine Luft, die Stille und die köstliche Fernsicht ist ein wahres Erlebnis, welches sich jeder mal gönnen sollte. Bei dieser Gelegenheit erfahren Sie dann auch, warum es in Sora keine Sperlinge gibt (!?) Mitten im Ort findet man die Brunnenstube.
Sie beherbergt die Wasserquelle, welche durch eine große, gemauerte, mit Tonnengewölbe versehene Anlage erschlossen wurde. Diese, unter Denkmalschutz stehende Brunnenstube kann man besichtigen. Vielleicht liegt hier die Perspektive für Sora: ein Erholungsort im Landschaftsschutzgebiet. Bei der ersten urkundlichen Nennung im Jahre 1477 heißt der Ort Sahir. Eine mühsame Rodung zog sich über Jahrhunderte. Bebuschte Steinrücken ziehen heute noch durch die Feld und Flur und verraten ebenso wie die mächtigen Steinhaufen am Waldrand die Härte und Mühe der Urbarmachung. Wanderwege queren den Weiler, darunter der Hauptwanderweg Greiz-Görlitz (blauer Punkt), auf dem man tolle Ausflugsziele erreichen kann.
