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Unterwegs auf dem sagenhaften Pumphutsteig...

AUSSICHTSREICH UND IM UHRZEIGERSINN ÜBER DIE HÖHEN DES OBERLAUSITZER BERGLANDES

Diese Wanderung bietet einen großartigen Überblick über die Landschaft des Oberlausitzer Berglandes. Die Wanderung beginnt in Wilthen, etwa 50 km östlich von Dresden. Das Städtchen erstreckt sich in einer weiten lieblichen Talsenke zwischen den bewaldeten Bergrücken Picho, Mönchswalder Berg und Weifaer Höhe. Es war ursprünglich ein wendisches Waldhufendorf und wurde 1222 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort präsentiert sich mit hübschen Bauernhäusern und einigen denkmalgeschützten Umgebindehäusern, aber auch einem größeren Neubauviertel. Eine interessante Modernisierung erfuhr das historistische Rathaus. Von der ehemaligen Tuchweberei ist in der Heimatstube noch ein intakter Webstuhl sowie weitere Arbeitsgegenstände und Hausrat der Leineweber zu sehen. Weit über die Grenzen hinaus bekannt ist die Wilthener Weinbrennerei mit einer über 150jährigen Tradition. 

Unweit von dort führt ein rot markierter Wanderweg hinauf zum „Jägerhaus", wo er auf den „Wilthener Rundweg" (roter Kreis) stößt. Hier steht der Pumphut, das Wahrzeichen von Wilthen. Der Müllerbursche, auch „Hexenmeister der Oberlausitz"genannt, zog von Ort zu Ort. Wurde er gut aufgenommen, scherzte er und machte Späße, wenn nicht, setzte es Streiche und „Hexerei". Nach kurzem Anstieg ist der 447 m hohe Mönchswalder Berg erklommen. Dort befinden sich eine Bergbaude mit dem 1885 errichteten und in unseren Tagen rekonstruierten Aussichtsturm. Vom Turm hat man einen schönen Rundblick, bei entsprechendem Wetter bis ins Riesengebirge. Der Abstieg nach Kirschau führt über die 1877 eröffnete Eisenbahnstrecke Bautzen-Wilthen-Bad Schandau, vorbei am modernen Freizeit- und Gesundheitsbad KÖRSE - Therme zur Burgruine Körse. Dort gibt es seit 1995 ein Burgmuseum. Die „Körse" wurde im 13. Jahrhundert auf einem von der Spree umflossenen Granitkegel errichtet und als Raubrittersitz 1352 und 1359 durch den Sechsstädtebund zerstört.

 

Weiter geht es vorbei am Lärchenberg bis Neuschirgiswalde, etwas oberhalb von Schirgiswalde, der „Perle der Oberlausitz". Mit der Weifaer Höhe ist der höchste Punkt der Wanderung (504 m) erreicht. Die Fernsicht nach Süden gehört zu den eindrucksvollsten der mittleren Oberlausitz. Sie reicht vom Isergebirge, dem Jeschken und dem Zittauer Gebirge über den Sebnitzer Tanzplan und dem Tetschener Hohen Schneeberg der Böhmischen Schweiz bis zu den Kammhöhen des Osterzgebirges.
Der ziemlich straffe Abstieg führt hinab nach Tautewalde, einem Ortsteil von Wilthen, wo der Aufstieg hinauf zum Großen Picho beginnt. Mit seiner 499 m Höhe gehört er zu den markantesten Gipfeln der Oberlausitz. Ebenso steil ist nun der Weg hinab ins kleine Arnsdorf. Dort ist ein Herrenhaus in einem kleinen Park sehenswert. Ein Quellwasserbehälter in der Parkmauer ist als Marienbrunnen bekannt, der früher von den Wallfahrern nach Rosenthal bzw. Lobendau besucht wurde. Nach erneutem steilem Aufstieg wird man in Sora mit prächtigen Ausblicken belohnt. Im höchstgelegenen Ort des Landkreises Bautzen und kleinsten Ortsteil von Wilthen leben 24 Einwohner in nur fünf ehemaligen bäuerlichen Anwesen. Ein Gedenkstein erinnert daran, dass am nahegelegenen Kleinen Picho Lamporphyr abgebaut wird. Eine Brunnenstube enthält eine Wasserquelle, die durch eine große gemauerte, mit Tonnengewölbe versehene Anlage erschlossen wurde.

Am weiteren Weg können stattlich-zottige Gallowayrinder bewundert werden, die hierzulande selten anzutreffen sind. Vor dem Eintritt in den Wald imponiert eine prächtige Sicht nach Bautzen. Die dann links des Weges stehenden Felsklippen heißen Teufelskanzel. Der Sage nach soll sich der Teufel als Müllerbursche in der Nähe von Wilthen verdingt haben. Seiner Arbeit überdrüssig, soll er eines Tages wie ein brennender Schwefelball unter heftigem Getöse hierher geflogen sein und sich mit seiner Sippschaft auf den Steinen niedergelassen haben. Für die Leute der Umgebung wurde dies zu einem unheimlichen Ort, als sie erfuhren, dass hier der Belzebub hause. Der Name hat sich bis heute erhalten, weil man von den umherliegenden granitenen Felsblöcken, wie von einer Kanzel, eine schöne Aussicht in das Bautzener Land genießen kann. Leider sind jetzt die Bäume hoch gewachsen und versperren etwas die Sicht. Der Abstieg führt schließlich wieder zum Jägerhaus, wo die Runde geschlossen wird. Der gesamte Rundweg ist ziemlich lang. Empfohlen wird deshalb die Bewältigung in zwei Etappen.